H1 Trotz viel Gegenwehr ausgeschieden

Bericht von Fritz Bischoff im St. Galler Tagblatt

 

Der Achtelfinal ist für die NLA-Handballer von Fortitudo Gossau nach der 22:26-Niederlage gegen Kriens-Luzern im Cup Endstation.

Die Überraschung ist Gossaus NLA-Handballern im Cup-Achtelfinal gegen den Ligakonkurrenten HC Kriens-Luzern mit der 22:26-Heimniederlage gestern Abend  in der Buchenwaldhalle versagt geblieben. Ein Sieg hätte auch nicht den statistischen Vorgaben entsprochen, denn in den vergangenen sieben Jahren gelang den St.Gallern in 20 Direktvergleichen lediglich zweimal ein Sieg. Doch die Statistik war den Gastgebern in ihrer Einstellung zum Spiel völlig egal. Sie gingen die Partie gegen den Favoriten aus Luzern unerschrocken, motiviert und engagiert an. So führten sie nach sechs Minuten 3:1 und lagen auch im weiteren Verlauf der 1. Halbzeit mehrheitlich vorne, was zur 11:9-Pausenführung reichte. Einen grossen Anteil an diesem unerwarteten Zwischenstand hatte Gossaus neuer Torhüter Aurel Bringolf. Zwölf Bälle mit einer Quote von deutlich über 50% hatte er abgewehrt. Immer und immer wieder erahnte er die Würfe des Gegners. «Das Zusammenspiel mit meinen Vorderleuten klappte gut und ich konnte auch einige Bälle abwehren, die nicht unbedingt Pflicht waren», resümierte Bringolf. Die Luzerner agierten aber auch zu wenig konsequent, hatten zu viele Fehlwürfe zu verzeichnen, als dass sie hätten ihrer Reputation gerecht werden können.

Luzerner nutzen Überzahl

Diese Reputation deuteten sie zu Beginn der 2. Halbzeit an. Dank drei Treffern von Peter Schramm übernahmen sie schnell die Führung, doch zu mehr als einem Treffer Vorsprung reichte es nicht. Fortitudo fand ins Spiel zurück, agierte unbeschwert und keck weiter. Dies wurde beim 18:15 und 19:16 nach Dreiviertel der Spielzeit mit einer Dreitoreführung belohnt. Doch unvermittelt folgte ein Bruch im Spiel der Gossauer. Kriens Luzern nutzte die zweite Zweiminutenstrafe von Jonas Mächler zu vier Toren in Überzahl, wobei zwei Treffer ins leere Gossauer Tor erzielt wurden. Die Gäste führten plötzlich mit drei Toren (20:23), um dann auf 20:26 auszubauen. Während 13 Minuten glückte Gossau kein Treffer mehr. Die Vorentscheidung war gefallen. In dem Masse wie sich die Gäste steigerten, baute das Heimteam ab. Nicht nur offensiv schwanden die Kräfte und damit die Genauigkeit, sondern auch defensiv. Für Torhüter Aurel Bringolf fehlte nun die Unterstützung seiner Vorderleute, womit auch seine Quote deutlich sank. Kriens Luzern spielte seinen Part routiniert zu Ende und qualifizierte sich damit erwartungsgemäss für den Viertelfinal. «Am Ende stimmte das Ergebnis für uns. Es mangelte aber doch an der Substanz, um den Erfolg locker zu bewerkstelligen. Doch unterschätzt haben wir die Gossauer nicht, denn wir wissen um ihre Hartnäckigkeit», stellte Luzerns Daniel Fellmann fest. Für das Heimteam war es am Ende eine doch eher ärgerliche Niederlage. «Es mangelte in der Schlussphase an der Kraft, um nochmals reagieren zu können. Dies führte auch zu Unsicherheiten. Doch im Hinblick auf die Meisterschaft, gab es doch hoffnungsvolle Ansätze», suchte Torhüter Bringolf die positiven Seiten des Ausscheidens aus dem Cup.

 

Fortitudo Gossau - HC Kriens Luzern   22:26 (11:9)

Buchenwaldhalle – 250 Zuschauer – Sr. Boskoski/Stalder.

Strafen: fünfmal 2-Minuten gegen Gossau, zweimal 2-Minuten gegen Kriens-Luzern

Fortitudo Gossau: Bringolf (1 – 56)/Jochum (56- 60); Ham (6/1), Weingartner (8), Wild, Mächler, Geiger, Kun (2), Bucher, Würth, Züger (2), Mauchle, Graf (4).

HC Kriens Luzern: Willimann (1 – 44), Bar (44 – 60); Fellmann (5), Wipf (1), Blättler (6/4), Engler (3), Spengler (3), Vögtli, Alili (2), Brücker (1), Radovanovic (1), Schramm (4).

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