Juniorenausbildung von Fortitudo Gossau resp. RLZ Fürstenland wird mit dem SHV Rookie Label zertifiziert

Grossartiger Erfolg auf organisatorischer Ebene

Nach vier Jahren intensiver Arbeit mit vielen Aufstiegen sowie struktureller und organisatorischer Verbesserungen, erfüllt die Nachwuchsabteilung der Junioren vom RLZ Fürstenland, welche vom Leadverein TSV Fortitudo Gossau geführt wird, sämtliche Bedingungen für die Zertifizierung vom SHV. Die Anmeldung wurde in erster Instanz angenommen und nun darf die Juniorenabteilung mit Stolz unter dem Rookie Label auflaufen. Damit werden sie zum Flaggschiff der Ostschweiz.

Gossau. Die Situation vor vier Jahren sah düster aus. In der ganzen westlichen Ostschweiz gab es keine Möglichkeit für talentierte Handballer, an ihren Fähigkeiten auf entsprechendem Niveau, mit den dafür nötigen Rahmenbedingungen, zu arbeiten. Peter Streuli, Leiter Nachwuchs von Fortitudo Gossau, sah die Zeit gekommen, einen völlig neuen und mutigen Weg zu gehen. Ja nicht wenige bezeichneten die Idee aufgrund der zum Teil doch stillgelegenen Zusammenarbeit der Vereine als verrückt und unmöglich. Mit viel demokratischem Geschick und Offenheit schaffte er es, die Präsidenten von Fortitudo Gossau, HC Uzwil, HC Flawil, TV Herisau, KTV Wil und dem TV Appenzell (neu auch HC Rover Wittenbach) an einen Tisch zu holen, um über Möglichkeiten zu diskutieren, die besten Talente entsprechend zu fördern. Das Resultat der Zusammenkunft war grandios. Es entstand das RLZ Fürstenland. Mehr Infos über Organisation und Idee im unteren Infoblock. Doch die Verantworltichen mussten ganz unten beginnen. Mit lediglich einer MU15 Elite begann der erfahrene A-Lizenz-Trainer Gianni Keller die Arbeit im RLZ Fürstenland. Als diese Spieler dann ins MU17-Alter kamen, stiess der junge B-Lizenztrainer Raphael Kramer dazu. Jahr für Jahr wurde das Konstrukt grösser. Dank den Aufsteigerjungs mit dem Pionierjahrgang, konnten jährlich Aufstiege bis in die höchste Liga gefeiert werden. Neben der Halle organisierte Ziehvater Streuli wichtige leistungssporttaugliche Rahmenbedingungen. Die Zusammenarbeit mit den Stammvereinen wurde regelmässig intensiviert und beruht mittlerweile auf einer stabilen Vertrauenslage. Auf medizinischer Ebene wurde eine zweckmässige Organisation mit Sportarzt und Physiotherapie erarbeitet. Spezialtrainer für die Torhüter und die Athletik wurden eingestellt. Mit diesen professionellen Strukturen konnte die Juniorenabteilung immer weiter wachsen und nach vier Jahren bei der MU19 den Aufstieg in die Interliga gefeiert werden. Mit diesem Schritt wurde noch die letzte Bedingung für das Rookie Label erfüllt und die Anmeldung konnte auf die Saison 2018/19 eingereicht werden. Diese wurde in erster Instanz bewilligt.

Die Erlangung des Labels ist für die Nachwuchsabteilung ein sehr grosser Schritt in die Professionalisierung. Nebst der deutlich höheren Entschädigung von Swiss Olympic sowie Jugend + Sport, werden die Strukturen weiter verbessert. Da die sportlichen Ziele fast überall erfüllt sind, kann nun der Hauptaufgabe einer Nachwuchsabteilung, nämlich die individuelle Ausbildung der Junioren, eine höhere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Ab Juni werden sie wöchentlich in zwei Teamtrainings, zwei Techniktrainings und zwei Athletiktrainings unter der Aufsicht den mittels Berufstrainerdiplom zertifizierten Trainer gefördert und gefordet. Weiter steht ihnen ein Athletenbetreuer und die entsprechende medizinische Betreuung zur Verfügung. Spieler, welche die vom Swiss Olympic geforderten Umfänge erfüllen, werden mit der Regionalen Talent Card ausgezeichnet, welche wiederum Vorteile in der Organisation des Alltags eines Leistungssportlers mit Beruf, Schule und Handball mit sich bringt.

Mit dieser Zertifizierung ist zwar ein weiterer grosser Schritt vollzogen, worauf jeder Spieler sowie die Verantwortlichen äusserst stolz sein dürfen. Doch man ist noch lange nicht am Ziel. Im MU19 fehlt noch der Aufstieg in die höchste Spielklasse, welcher nächste Saison angegriffen wird. Der Rookieverantwortliche Kramer warnt vor dem Ausruhen auf den Lorbeeren. Es sei noch viel Arbeit vor uns. Damit die Konstanz gegeben ist, muss jährlich ein gutes Scouting durchgeführt werden, um überall mindestens den Ligaerhalt zu wahren. Diese Voraussetzung dürfte für die nächsten Jahre gegeben sein. Ja im MU15 und MU17 dürfen sogar grosse sportliche Ziele anvisiert werden. Weiter muss die Zusammenarbeit mit den Stammvereinen regelmässig gepflegt und das Budget erweitert werden. Die Stammvereine dürfen sich schon bald auf den ersten "Return of Investment" freuen, weil die ersten im RLZ ausgebildeten Spieler in die Stammvereine zurückgeführt werden. Dafür wird aber noch ein bisschen Geduld nötig sein. Man darf gespannt sein, wie das neu entstandene Flaggschiff der Ostschweizer Juniorenausbildung weiter wächst. Mit dem Aufstieg vom Herren 2 von Fortitudo Gossau in die 1. Liga ist nun auch im Erwachsenenbereich für Gossauer Junioren eine weitere Entwicklungsmöglichkeit entstanden. Beim Aufstieg mitgeholfen haben bereits die ältesten RLZ-Junioren.

 

Infoblock RLZ Fürstenland

Das Regionale Leistungszentrum Fürstenland ist eine mittels Vereinbarung geregelte Zusammenarbeit im Juniorenbereich der Ostschweizer Handballvereine TSV Fortitudo Gossau, HC Flawil, HC Uzwil, TV Appenzell, KTV Wil, TV Herisau und HC Rover Wittenbach. In erster Linie geht es darum, die besten Talente der sieben Stammvereine gemeinsam zu fordern und fördern. Das ausführende Organ ist der TSV Fortitudo Gossau. Die an der jährlich stattfindenden Technikersitzung selektionierten Spieler aus dem Pool sämtlicher Vereine, werden je nach Alter in die verschiedenen Leistungsgefässe eingeteilt, trainieren dort unter leistungssportorientierten Rahmenbedingungen und spielen in den höchsten Schweizer Juniorenligen. So soll der Nachwuchs für das NLA-Team von Fortitudo Gossau aber auch für die Fanionteams der Stammvereine gewährleistet werden. Wenn ein Spieler am Ende der Juniorenzeit kein Potential für das NLA-Team vorweist, wird er in den Stammverein zurückgeführt. So hat dieser einen gut ausgebildeten Spieler in seiner Herrenmannschaft. Aufgrund der dadurch fehlenden Talente und Anzahl an Spielern in den verschiedenen Vereinsmannschaften, wird aber auch im Breitensportbereich zusammen gearbeitet. Wenn ein Verein zu wenig Spieler hat, um eine Mannschaft zu stellen, werden innerhalb vom RLZ Fürstenland Spielgemeinschaften gebildet. Dies mit dem Ziel, dass dem Handball in der Ostschweiz keiner abhandenkommt. Besonders erfreulich ist, dass es bereits einige Junioren gibt, welche für Lehrgänge der Schweizer Nationalmannschaft aufgeboten werden.

Der Pionierjahrgang kurz vor dem MU17-Eliteaufstieg im Team Time Out

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