MU17 Elite - Das Aufsteigerphänomen

Die Leichtigkeit des Seins verloren

HC GS Stäfa - TSV Fortitudo Gossau 32:26 (18:13)

Nach einer wirklich guten Trainingswoche wollte man aufgrund der schwachen Leistung im Derby an der Goldküste eine Reaktion zeigen. Die Jungs waren zuversichtlich und gewillt am Zürichsee zwei Punkte zu holen. Leider missfiel der Start völlig. Der gegnerische Rückraum war aufgrund einer schwerwiegenden Verletzung ihres Topscorers geschwächt. Doch irgendwie schien das den anderen Spielern Energie zu geben. Denn diese kamen wie die Feuerwehr auf die schwarz-weisse Deckung zugerannt, welche wortwörtlich überrannt wurde. Als wäre das nicht genug, kassierte man noch eine Zeitstrafe nach der anderen. Nach einem Timout beim Stand von 7:3 fand das Ostschweizer Team zurück ins Spiel. Unter anderem Dank Schlussmann Niedermann und mehreren Zweite-Welle-Angriffen konnte man auf 11:9 aufholen. Doch dann war es leider die Naivität des Aufsteigers, welche für eine klare Pausenführung des Heimteams sorgte.

Mit einer Deckungsänderung stellten die Forti-Jungs die Gelb-Schwarzen vor neue Aufgaben, welche zu Beginn schlecht gelöst wurden. Mit der in der Deckung gewonnenen Sicherheit konnten die Ostschweizer wieder auf drei Tore aufholen. Als sich dann die Stäfner auf die neue Deckung eingestellt hatten, stellten sie die Führung kompromisslos wieder her. Die Gossauer holten zehn Minuten vor Schluss noch den letzten Pfeil aus dem Köcher, stellten auf ihre 4:2-Deckung um und spielten mit sieben Feldspielern. Der Plan schien aufzugehen. Das Heimteam wurde nervös und die Forti-Equipé holte Tor um Tor auf. Doch auch diese Aufholjagd wurde wieder gebremst.

Am Ende gewinnen die Spieler aus Stäfa ein hochklassiges Elitespiel verdient. Den Gossauern scheint die Leichtigkeit des Seins und der Aufstiegsflow verloren gegangen zu sein. Der aufmüpfige Aufsteiger aus der Hinrunde, welcher selbst gegen die Topteams immer ein Wort mitzureden hatte, muss wieder hervor kommen. Man ist nun in der Eliteliga angekommen und muss sich wortwörtlich hineinkämpfen. Nachdenklich müssen die zwei Trainer feststellen, dass andere Teams nochmals einige Trainings mehr pro Woche absolvieren als die Fürstenländer, was momentan auf dem Feld ersichtlich ist. Irgendwie sind die Aufsteiger mit dem wohl jüngsten Altersdurchschnitt ohne den Aufstiegsflow im Rücken noch zu wenig abgeklärt und konstant.

Zum Glück sorgte eben dieser Aufstiegsflow für ein Punktepolster, was es den Gossauern ermöglicht, weiterhin ohne Abstiegssorgen in Ruhe zu arbeiten und Fortschritte zu machen. Der Mensch wächst bekanntlich an Herausforderungen und Widerstand. Man muss sich nun an das Niveau in der höchsten Juniorenliga gewöhnen und es in den kommenden Spielen konstanter abrufen. Dass die jungen Ostschweizer in der Lage sind, auf diesem Niveau zu spielen, wird nicht gezweifelt. Hierbei stimmte vor allem die zeitweise Steigerung der Torhüter und das verbesserte Zusammenspiel mit dem Kreisläufer positiv. Also Kopf hoch, weiter trainieren, akribisch die Fehler ausmerzen und in zwei Wochen in Aarau den nächsten Anlauf nehmen.

In der Eliteliga angekommen sind: Niedermann (35%), Mannhart, Gönültas, Zeller (4), Osterwalder, Verlezza, Inauen (2/2), Stadler (1), Bischofberger (3), Peyer (3), Mitrovic, Rügge (3), Kuhn (2) und Schneider (6) gecoacht von Kramer, Osterwalder und Bleiker

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