MU17 Elite - Naive Ostschweizer kassieren die erste Klatsche

Keine Punkte in der Handballhochburg

Kadetten Schaffhausen - TSV Fortitudo Gossau 32:23 (16:10)

Nach einem so eher nicht zu erwarteten positiven ersten Saisondrittel und dem dritten Platz, war es klar, dass die letzten drei Spiele der Hinrunde keine Selbstläufer werden. Gegen Gegner auf diesem Niveau braucht es natürlich eine gute handballerische Leistung. Allerdings fast wichtiger ist die Einstellung, die mentale Bereitschaft und die Cleverness. Die Ostschweizer zeigten schon am vergangenen Wochenende in Genf, dass sie handballerisch trotz massiv jüngerem Altersdurchschnitt gegen die besten Teams der Schweiz mithalten können. Allerdings scheiterten sie an der eigenen Cleverness. Ein ähnliches Bild zeigte sich am Samstag in der BBC Arena gegen den Tabellenführer aus Schaffhausen gespickt mit Talenten aus der Handball Academy. Die Fürstenländer erwischten den besseren Start. Sie zeigten, dass sie auch dem besten Team mehr als Paroli bieten können. Allerdings verpassten es die Schwarz-Weissen einen Vorssprung zu erarbeiten, da sie am hervorragend parierenden Torhüter scheiterten. Nach zwanzig Minuten mit vielen Wechseln, machten die Forti-Jungs zu viele Fehler. Die eingewechselten Spieler verloren oft den Ball durch naive Aktionen. Diese Fehler werden von einem solchen Topteam dann eiskalt ausgenutzt. Die Schaffhauser waren spielerisch gesehen in dieser ersten Hälfte nicht unbedingt die besseren Handballer. Sie zeigten immer wieder Probleme im Spielaufbau gegen die offensive Deckung der Gossauer. Allerdings waren sie in der Endphase den entscheidenden Tick cleverer, was auf diesem Niveau dann in Kürze ein Sechstorevorsprung ausmacht. Symbolisch dafür ist der direkt verwandelte Freiwurf nach dem Pausenpfiff.

Die Gossauer konnten in dieser Saison schon einmal einen solchen Rückstand aufholen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf und der Umstellung auf eine 6:0-Deckung, da das Heimteam zu oft mit Übergängen zu klaren Torchancen kam, holten sie Tor um Tor auf, obwohl sie weiterhin im Abschluss sündigten. Nach einem weiteren schwer nachvollziehbarem Pfiff zeigte Youngster Schneider und Jungtrainer Kramer zu wenig Coolness und erwiesen ihrem Team mit je einer Zweiminutenstrafe einen Bärendienst. Solche Fehler dürfen nicht passieren! Doch das Team hielt zusammen und konnte die doppelte Unterzahl sogar mit einem 1:1-Verhältnis überleben. Danach zeigten die spielintelligenten Academyspieler wieder die bessere mentale Bereitschaft und spielten den Ball gekonnt mit Geduld jedesmal bis zum Rechts Aussen, der dann traf oder einen 7m herausholte. Als sich dann im Angriff auch wieder Fehler einschlichen, war die Messe gelesen.

Klar man ist viel jünger und unerfahrener als die meisten Gegner im Elite. Doch die Trainercrew ist überzeugt, dass man sich spielerisch nicht zu verstecken hat. Will man allerdings gegen Topteams gewinnen und das von einigen Spielern angekündigte ambitionierte Ziel mit einer Medaille erreichen, braucht es einen grossen Schritt in der mentalen Entwicklung, der Bereitschaft, der Einstellung und der Cleverness. Ebenfalls muss sich das Torhüterduo Mannhart/Niedermann deutlich steigern. Mit einem Torhüterduell von 6 zu 17 Paraden kann man kaum ein Spiel gewinnen.

Mit dem fünften Tabellenplatz stehen die Forti-Jungs zwar immer noch gut da und sind wohl nach momentaner Leistung am richtigen Ort eingestuft. Doch darf sich jetzt nicht auf den geholten Punkten ausgeruht werden. Gegen Vorne fehlen fünf Verlustpunkte und auf Platz 6 bis 9 lauern die Teams mit bis maximal sechs Verlustpunkten mehr auf dem Konto. Im letzten Spiel vor Weihnachten kommt mit GC Amicitia Zürich ein weiteres Topteam in die Buechenwaldhalle. Damit über Weihnachten weiterhin geträumt werden darf, wäre ein Sieg äusserst hilfreich. Damit dieses Vorhaben gelingen kann, müssen die Spieler in sich gehen und ihre mentale Bereitschaft hinterfragen resp. aufpolieren und ihr Herz auf das Spielfeld legen. In der kommenden Trainingswoche wird sicherlich daran gearbeitet.

Die erste Klatsche kassiert haben: Mannhart (15%), Niedermann (18%), Zeller (2), Osterwalder (4), Verlezza, Inauen (5/3), Stadler (2), Mitrovic, Koller (1), Rügge (2), Kuhn, Schneider (6), Mosimann (1) gecoacht von Kramer, Osterwalder, Bleiker und Bischofberger (v)

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