MU17 Elite - Rumpfteam bestimmt 45 Minuten das Spiel und verliert am Ende trotzdem

Den Rucksack mit schmerzhaften Erfahrungen gefüllt

TSV Fortitudo Gossau - SG Leman Genf 34:35 (19:17)

Die Mannschaft kam bislang in der Rückrunde nicht so wirklich auf Touren. Aus tabellarischer Sicht ist weder nach oben noch nach unten wirklich was Entscheidendes machbar und das Minimalziel Ligaerhalt ist seit Längerem gesichert. Die letzten Spiele sollten also ohne Druck und ohne Blick auf die Tabelle in Angriff genommen werden. Das Restprogramm hat es mit den Top 3 Genf, Schaffhausen und Zürich noch in sich. Doch das Rumpfteam, welches nicht auf die Teamstützen Stadler (krank), Peyer (verletzt) und Rügge (gesperrt) zurückgreifen konnte, liess sich sich nicht verunsichern und trat frech auf. Dies wurde mit einem Kempatrick gleich im ersten Angriff demonstriert. Allgemein wurde der Angriff unter der Regie vom jungen Spielmacher Inauen souverän geführt und die Fans konnten mehrmals tolle Ballstafetten mit sehenswerten Aussenabschlüssen bejubeln. Die wegen der fehlenden grosgewachsenen Deckungsspieler beauftragte offensive Deckungsvariante hatte aber zu Beginn seine Probleme. So war die Anfangsphase trotz guter Angriffsleistung ausgeglichen. Deckungsbeauftragter und selbst ehemaliger Haudegen auf höchtstem Niveau Osterwalder vollzog einige Feinjustierungen in der Deckung, was dann dafür sorgte, dass die Fürstenländer Tor um Tor davon ziehen konnten. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit hätte dann das Spiel von den Schiedsrichtern definitiv entschieden werden sollen, als der gegnerische Topscorer und Leader eine Tätlichkeit machte. Doch statt mit der roten Karte wurde der Genfer nur mit Zwei Minuten bestraft und als wäre das nicht genug, wurde auch noch der Gossauer Zeller ebenfalls des Feldes verwiesen, weil er sich darüber aufregte.

Das Team liess sich davon aber nicht beirren und trat in der zweiten Halbzeit weiterhin souverän auf. Man hatte zwar einige Einbrüche im Spiel, doch diese wurden kehrtwendend jeweils wieder behoben und die Forti-Jungs konnten mehmals bis auf fünf Tore Vorsprung davon ziehen. Einzig die eigentlich nicht mehr auf dem Platz gehörende Nummer 6 traf noch für die Genfer. Trotzdem sollte der Sieg nur noch eine Sache der Zeit und Cleverness werden. Doch dann kam es knüppeldick. Es wäre die Chance gewesen auf sechs Tore davon zu ziehen, doch leider kam es anders. Nach einer halben Weltreise durfte der Genfer noch einen Pass spielen. Dieser ging viel zu tief in die Beine des Mitspielers, welcher den Ball mit seinen Unterschenkeln einklemmte. Trainer Kramer rief: "Schiedsrichter Fuss!". Das war für die Unparteiischen leider zu enthousiastisch, weshalb die Bank bestraft wurde. Ab diesem Zeitpunkt war das Team völlig verunsichert. Zum Glück netzte Bischofberger in der Offensive im Alleingang mehrmlas ein. Als dieser dann mit einer Manndeckung aus dem Spiel genommen wurde, kam die Unsicherheit noch deutlicher zum Vorschein. Die Genfer holten Tor um Tor auf und gingen eine Minute vor Ende in Führung, welche sie dann über die Zeit brachten.

Somit verlieren die Gossauer zum zweiten Mal gegen kämpferische Genfer nach einem dominanten Auftritt in der letzten Sekunde. Die Gossauer zeigten in dieser Saison schon oft ihr Talent, verlieren aber am Ende die Spiele aufgrund fehlender Cleverness. Das sind bittere Erfahrungen, welche die jüngste Mannschaft mit dem jüngsten Trainer wohl durchmachen muss, in den Rucksack nehmen sollte, um dann in der kommenden Saison und Karriere aus dem Vollen zu schöpfen und solche Spiele jeweils zu gewinnen.

Trotz der Niederlage machte der Auftritt des ersatzgeschwächten Underdogs viel Freude. Man darf die ersten 45 Minuten nicht vergessen und muss die gemachten Erfahrungen aus der Schlussviertelstunde mitnehmen. Dann ist sich der Schreibende sicher, wird man in Zukunft viel Freude an dem Team haben, da die Jungs dann ihre tollen Auftritte jeweils mit zwei Punkten belohnen werden können.

Nun möchte man die zwei kommenden Topspiele gegen die Kadetten Schaffhausen und GC Amicitia Zürich noch nutzen, um den Rucksack weiterhin zu füllen und eventuell auch noch das Zünglein an der Waage um den Meistertitel resp. die Play Offs zu spielen.

Die bittere Niederlage hinnehmen müssen: Niedermann (3 Paraden), Mannhart (5 Paraden), Zeller, Osterwalder (1), Verlezza (1), Inauen (4/1), Bischofberger (11), Sostizzo (v), Mitrovic, Conscience (1), Koller (4), Kuhn (7), Schneider (4) und Mosimann gecoacht von Kramer, Osterwalder, Rügge und Peyer

Inauen führte im Angriff die Regie

 

Bischofberger brillierte als Shooter

 

Nach einer schwachen Anfangsphase fand sich dann auch die Deckung durch den Kampf

 

Kuhn überzeugte ebenfalls im Angriff - Hier leitet er in der zweiten Halbzeit die erste Fün—Tore-Führung ein

 

Der wirblige Koller netzte souverän ein

 

Osterwalder war Sinnbild für das Spiel. 45 Minuten sack stark und dann versagen ihm in der entscheidenden Phase die Nerven.

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