MU17 Inter - Kollektives Totalversagen im Angriff

Am Ende entscheidet der Kopf über Sieg oder Niederlage

TSV Fortitudo Gossau - SG Möhlin/Magden 17:21 (9:10)

Nach einer zweiwöchigen Trainingsphase begrüssten die Gossauer die Spielgemeinschaft aus Möhlin zum Spitzenkampf. Das Spiel stellte eine Art Vorentscheidung früh in der Meisterschaft dar. Gewinnen die Ostschweizer, sind sie bereits drei Punkte vor dem direkten Konkurrenten um die Aufstiegsplätze. Verlieren sie, muss das Auswärtsspiel gewonnen werden.

Voll motiviert und konzentriert starteten die Schwarz-Weissen in die Partie. Mit der gewohnt starken Deckung und schnellem Passspiel kamen die Fürstenländer in zwölf Minuten locker zu einer 8:3-Führung. Doch dann muss irgendetwas in den Köpfen der Heimspieler vorgegangen sein. Captain Gutmann und 7-Meter-Schütze Huber verpassten die Chance, um die Führung weiter auszubauen. Im Positionsspiel fand man keine Lösung auf das veränderte Deckungssystem der Gäste und es schlichen sich unglaublich viele technische Fehler ein. So war es für die Basler ein Leichtes den grossen Startrückstand mit einem 7:1-Lauf aufzuholen. In 18 Minuten gelang dem Heimteam lediglich ein Tor. Das muss in der Pausenbesprechung zu Denken geben. Das Trainerteam antwortete mit der Nachnomination des Topscorers Brülisauer, der aus einer Verletzung zurück kam.

Anfangs der zweiten Halbzeit schien die Massnahme sofort zu wirken. Der Angriffsspezialist netzte gleich dreimal ein. Ebenfalls konnte Bischofberger einen 7-Meter verwandeln und die Deckung um Abwehrboss Scheiwiler liess weiterhin wenig Tore zu. Die Blockade im Kopf schien überwunden. Doch das Unheil nahm wieder seinen Lauf. Einige unglückliche Schiedsrichterentscheidungen und zwei Fehlwürfe des Topskorers brachten die mental angeschlagenen Forti-Jungs schnell wieder aus dem Konzept. Die restliche Spielzeit brachte man keinen Fuss vor den anderen. Fehlpässe, Fehlwürfe, unkonzentrierte Aktionen, unüberlegte Angriffe, Gegenstosspässe ins Niemandsland und ein langsames Passspiel bestimmten das Angriffspiel des ungewohnt unsicher auftretenden Heimteams. Dabei half auch eine doppelte Überzahl und verschiedene taktische Massnahmen nichts. Das Team fand den Rank bis zum Ende leider nicht mehr und musste die zwei wichtigen Punkte nach Möhlin geben. Die letzten 48 Minuten gelangen den Fürstenländer lediglich neun Tore. Das muss zu Denken geben.

Woher kommt der brutale mentale Einbruch? Was war das für eine monstermässige Blockade im Kopf? Warum lässt man sich wegen einem zu lockeren Startschub oder nach ein paar Fehwürfen so schnell aus dem Konzept bringen? Diese Fragen wird das Team gemeinsam mit den Trainern in den nächsten drei Wochen angehen. Das Team muss wieder voll konzentriert trainieren und hat nun gemerkt, dass man in dieser Eliteaufstiegsrunde einfach kein Prozent nachlassen darf, denn jede Unkonzentriertheit wird hart bestraft. Jeder der das Team schon in anderen Spielen gesehen hat, weiss dass das ein unglaublich schwacher Auftritt war. Die Jungs können Handball spielen - keine Frage. Doch es ist kein Geheimnis das die mentale Fähigkeit eine immer grössere Bedeutung im Handball hat. Der Schreibende ist überzeugt, dass die Gossauer besser sind als die Basler, doch dafür muss man die taktische und technische Überlegenheit auch abrufen können.

Fakt ist, dass es eine harte Niederlage ist. Doch die Aufstiegsrunde ist noch jung. Es ist noch nichts verloren. Vielleicht war der Fauxpass zur rechten Zeit ein Schuss vor den Bug der Gossauer, zum Zeigen dass es nicht so locker wird, wie das gewisse Spieler angenommen haben. Jedes Training, jedes Spiel und jede Aktion muss mit voller Konzentration und totalem Willen ernst genommen werden, wenn man das Ziel mit dem Aufstieg erreichen will. Das Positive ist, dass die Gossauer weiterhin alles in eigener Hand haben. In drei Wochen folgt das wohl schwierigste Spiel auswärts beim Ligakrösus in Stäfa. Die Partie könnte gerade richtig kommen, um mit einer Überraschung eine Reaktion zu zeigen und den Ausrutscher sofort wieder auszugleichen. Dafür braucht es aber den Glauben an sich selbst und an einen Sieg.

Die erste Niederlage in der Aufstiegsrunde hinnehmen mussten: Halter (42%), Gröpl (37%), Moser (1), Gutmann (1), Stadler (1), Scheiwiler, Verlezza, Biscchofberger (2/1), Brülisauer (4), Wunderli (2), Kessler (3), Koller (1), Huber (1), Rügge und Bleiker (n.e.) gecoacht von Kramer, Gächter, Busa, Rutz und Garbini

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