MU19 Inter - Abschlussbericht: Der Trainer zieht Bilanz

Ein gutes Pferd springt so hoch wie es muss - Funktioniert das im Leistungssport?

Heute vor einem Jahr ist der Pionierjahrgang wie es bei ihnen Programm ist ins MU17 Elite aufgestiegen. Davon profitieren konnten sie wenig. Denn wie es leider bei ihnen auch Programm ist, gehen sie nach einem Aufstieg eine Altersstufe höher und beginnen dort wieder ganz Unten. Sie haben nicht das Glück, dass ihnen jemand den Weg vorpflügt - oder doch? Später mehr dazu.

Es war eine enge Zusammenarbeit mit dem Herren 2 in der 2. Liga geplant. Aus diesem Grund fanden lediglich zwei statt deren drei Teamtrainings pro Woche statt. So konnten sich die gewillten Spieler auch noch im Herren 2 einbringen und dort ihre Erfahrungen sammeln. Dies mit dem Gedanken, dass man wohl in der Hinrunde im MU19 Regio unterfordert sein wird und die Spieler dadurch noch eine entsprechende Herausforderung haben. Doch leider klappte das nicht wunschgemäss. Viele konnten den Schalter vom entwicklungsorientierten Juniorentraining und -betrieb zum harten Männerhandball nicht umlegen. Dazu kamen, was beim Pionierjahrgang leider auch zum Programm gehört, etliche Verletzungen. Rückraumshooter Wunderli musste wegen einer Kopfverletzung sogar seine Handballschuhe an den Nagel hängen. Deckungschef Scheiwiler laborierte fast die ganze Saison an einer ähnlichen Verletzung. Dazu kamen viele klassische Handballverletzungen. Mit der eher schlechten Trainingspräsenz wurde der Betrieb so stetig mühsamer. Es war dem Trainer gerade recht, dass man am Wochenende jeweils noch nicht auf die harten Brocken gestossen ist. Sämtliche Spiele wurden deutlich gewonnen. Darunter sogar das Spitzenspiel gegen den TV Appenzell, welches mit 13 Toren Unterschied für die Gossauer endete. Doch die Niederlage im Rückspiel und das schlechtere Torverhältnis sorgten dafür, dass die Fürstenländer am Ende auf dem zweiten Tabellenplatz standen und dadurch in die unangenehmen Play Offs für den Interaufstieg mussten. Dort wartete mit dem TV Solothurn ein unbekannter Gegner. Die ganze Juniorenabteilung war sich der Wichtigkeit des Aufstiegs bewusst und priorisierte ihn dementsprechend. Der Betrieb im MU17 Elite wurde deshalb stark reduziert und Extratrainings organisiert, damit die Forti-Truppe bestens auf das "Alles-oder-Nichts-Spiel" vorbereitet war. In Solothurn war es dann das wohl beste Spiel der Saison von den Ostschweizern. Mit einem 34:15-Start-Ziel-Sieg durfte der Aufstieg bejubelt werden. Das war ein sackstarker Auftritt. Wenn es drauf ankommt, sind die "2000er" also bereit. Ein gutes Pferd springt halt nur so hoch wie es muss. Es war also trotz marginalen individuellen Fortschritten alles im grünen Bereich. Der vierte Aufstieg der Pionierjungs war im Trockenen.

Mit grosser Vorfreude auf die Rückrunde in der Interliga startete der Betrieb auch wieder mit vielen gesunden Spielern und einer entsprechend guten Trainingspräsenz. Bis auf das Spiel gegen Appenzell, gewann man sämtliche Spiele souverän und konnte den Aufstieg entsprechend früh bestätigen. Das Minimalziel war also früh erreicht. Gratulation dazu! Ihr habt es wieder geschafft. Das Märchen der Aufsteigerjungs geht also weiter.

Doch leider hatte die Saison auch ihre unschönen Seiten. Das eine sind die Rücktritte von Wunderli (Verletzung) und Bleiker (Verletzung/private Gründe) sowie die erneut schwere Knieverletzung von Rutz. Das andere ist der fade Beigeschmack mit den drei Niederlagen gegen den TV Appenzell, welche man in der ganzen Juniorenzeit immer schlagen konnte - zuletzt sogar im MU19-Cupfinal als MU17-Team. Dieser Umstand zeigt auf, dass die Jungs nicht gerade Streber waren in der abgeschlossenen Saison. Die Trainingspräsenz war trotz Trainingsreduktion eines Leistungssportbetriebs untauglich. Lediglich vier Spieler kamen auf eine akzeptable Traningspräsenz von über 75%. Entsprechend waren die Fortschritte und das Kollektivspiel von tiefer Qualität. Die Aufsteigerjungs haben also ihr Saisonziel wieder erreicht. Die Art und Weise muss aber zu Denken geben.

Damit das Märchen der "2000er" zu Ende geschrieben werden kann resp. ein Happy End hat, fehlt noch ein Aufstieg. Dieser wird es allerdings in sich haben. Wegen dem Abstieg vom TSV St. Otmar wird die Ost-Gruppe mit St. Otmar, HSC Kreuzlingen und dem TV Appenzell entsprechend stark sein. Um das Ziel zu erreichen, müssen die Spieler den Fokus wieder auf dem Handball haben und ihre Trainingspräsenz resp. ihre Einstellung verbessern. Nur dann wird das Ziel erreicht. Es wäre eine wunderschöne Geschichte. Ja die 2000er könnten bei der vom Trainer im Erfolgsfall versprochenen grossen Abschlussparty am Ende ihrer Juniorenzeit auf sage und schreibe fünf Aufstiege zurückblicken. Ihr Motto: "Make Forti great again!" wäre mehr als erfüllt.

Und für einmal müssten sie nach einem Aufstieg nicht von Null beginnen. Denn ihre älteren Kollegen vom Herren 2 konnten am vergangenen Samstag dank einer grandiosen Leistung den Aufstieg in die 1. Liga verzeichnen. Ein wunderbarer Erfolg und die wohl total richtige Liga für die talentierten Junioren um den nächsten Schritt zu machen sowie den Sprung ins Herren 1 zu schaffen.

Schlussendlich dürfen die Jungs auf ihren vierten Aufstieg entsprechend stolz sein. Allerdings müssen sie die Warnung vom Trainer ernst nehmen und in der letzten Saison ihrer Juniorenzeit nochmals All In gehen.

Der grösste Erfolg darf Fortitudo Gossau resp. das RLZ Fürstenland auf der organisatorischen Ebene verzeichnen. Dank den erfolgreichen Jahren mit den vielen Aufstiegen, einem unermüdlichen Einsatz vom Sportlichen Leiter Peter Streuli und der mittlerweile sehr positiven und konstruktiven Zusammenarbeit mit den sieben Partnervereinen konnte die Anmeldung für das Swiss Olympic Rookie Label gemacht werden. Die Nachwuchsabteilung in Gossau wird also auch diesbezüglich in der kommenden Saison das Flagschiff der Ostschweiz sein. Die Juniorenausbildung ist nun von Swiss Olympic zertifiziert und finanziell unterstützt. Diese Zertifizierung ist ein weiterer grosser Schritt in der Professionalisierung. Doch diese Professionalisierung wird nun auch von den Junioren erwartet. Der Fokus muss auf dem Handball liegen. Weiter werden ab sofort vier Trainings pro Altersstufe durchgeführt, damit die "Rookie-Spieler" die geforderten Umfänge trainieren können. Ebenfalls erfreulich ist, dass sich mit Stadler (Stammverein TSV Fortitudo Gossau) und Schneider (Stammverein KTV Wil) zwei Spieler der United School of Sport anschliessen und hart an ihrer Karriere feilen werden.

Zum Abschluss möchte ich mich als Cheftrainer noch bei allen Eltern, Unterstützer, dem Verein, den Sponsoren, Roland Peyer (Fotos) und im Speziellen bei meiner Crew mit Lloyd Leslie (Assistent) Beat Gächter (Athletik), Aurel Bringolf (TW-Trainer) und last but not least Peter Streuli (Leitung Nachwuchs) und dem Physioteam von Sarah Eberhard bedanken. Ohne euren Einsatz wäre dieser Betrieb nicht möglich.

Die Vorfreude auf die neue Saison steigt bereits.

Viel Spass in der Saisonpause, in der der Fokus natürlich nicht auf dem Handball liegen sollte. ;-)

Die Diashow zum Saisonabschluss: Diashow Saison 2017/18

 

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